Fesch Trash!
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 

http://myblog.de/waffeleisen

Gratis bloggen bei
myblog.de





Links
  
Kaffeepause
  
Love Economist
  
talentFREI!
  
Vivisektion
  
Zuhoerlaute
 
Berlin 3-32006

Liebes Tagebuch,

er will mein Leben zerstören! SCHÜSSLER WILL MEIN LEBEN ZERSTÖREN! Alles was ich mir in den Jahren seit meiner Ankunft in dieser schönen Stadt aufgebaut hat droht Schüssler binnen weniger Tage, ach was Stunden zusammenfallen zu lassen.

Meine geschätzen Kollegen vom Förderkreis 'Freunde der Neuen Nationalgalerie' haben mir bereits unmissverständlich klar gemacht, dass sie mit mir nichts mehr zu tun haben wünschen und das Schlimmste ist, dass ich diesen Wunsch zutiefst nachvollziehen kann.
Es geschah während des Salon Noir, welchen ich im Auftrag des Vereinsvorstandes im Zuge der 'Melancholie' Ausstellung auszurichten gedachte.
Ich hatte mich sogarsam präpariert und mein Vortrag zum Thema 'Thaddäus von Parma und die avorristische Auffassung der Acedia im Spiegel moderner kolumbianischer Kunst' ist sicherlich einer der Besten, die ich je zu Stande gebracht habe. Internationale Experten waren unserer Einladung gefolgt und zollten mir mit jedem Absatz respektvollen Applaus; ein Höhepunkt meiner Karriere. Doch gerade, als der Klimax meiner Rede erreicht ist, das Publikum gebannt meinen Worten lauscht, eine Totenstille in der ganzen Nationalgalerie herrscht und die Melancholie als Thema des Abends geradezu GREIFBAR, SPÜRBAR ist und GÄNSEHAUT bei so mancher Dame unter der Zuhörerschaft ausgelöst wird, springt plötzlich Schüssler, der sich bis dato verkleidet unter meinen gebildeten Freunden versteckt gehalten hatte, sturzbesoffen auf, an seiner Seite eine ebenso volltrunkene Horde Rheinländer, die er am Straßenstrich im Regierungsviertel gekauft hatte, und zusammen reissen sie sich ihre Abendgardrobe vom Leib, um ihre bunte, leider jedoch vollgekotze Kostümierung, die sie unbemerkt drunter trugen, zu präsentieren. Lauthals schrien sie meine armen, armen verschreckten Freunde an, sie ließen sich von 'melancholischen Spaßbremsen' wie uns das Feiern nicht verbieten, Aschermittwoch hin oder her. In einer Polonaise und unter lautstarkem Gesinge diverser Karnevalslieder mit geradezu entsetzend frauenfeindlichen Texten marschierten sie durch die Reihen meiner Zuhörerschaft und wer sich weigerte, sich ihrem Reigen anzuschließen wurde kurzer Hand auf das Übelste von ihnen verdroschen. Frau Rosh hat wohl wie ich fürchte bleibende Schäden davon getragen. Ich habe der Guten bereits Blumen ins Krankenhaus schicken wollen, doch die Ärzte meinten, es sei alles ganz schnell gegangen, sie rechneten nicht damit, dass die arme Frau jemals wieder zu Bewusstsein kommen würde.
Wie bin ich nur froh, dass unser regierender Partymeister die Gefahr der Stunde erkannt hat und sich spontan Schüsslers sabbernder Meute anschloss, nicht auszudenken, was gewesen wäre wenn...

Ich selbst habe mich in den Westflügel zurückgezogen, um stumm meinem Kummer und den dunklen Gedanken nachzuhängen. Ich weiß nicht, wie ich für die mit Blut und Kotze vollgeschmierten Meisterwerke der Ausstellung aufkommen soll und die Androhung Schüsslers am nächsten Morgen, er werde sich schon um alles kümmern macht mir mehr als Angst. Was hat dieser Wahnsinnige vor? Dass er den Tigeranzug dabei hat, ist sicherlich kein gutes Zeichen. Glaubt er tatsächlich, wir würden 5,7 Millarden Euro im Spielcasino gewinnen können? Oh nein, er wird doch nicht.. Einen Überfall?

Ich muss schließen und die Polizei informieren bevor es zu spät ist. Kein Zeit für mein geliebtes Lautenspiel, ich werde dem Bundespräsidenten für die Neukomposition der Nationalhymne wohl absagen müssen!
14.3.06 01:58
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung