Fesch Trash!
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 

http://myblog.de/waffeleisen

Gratis bloggen bei
myblog.de





Links
  
Kaffeepause
  
Love Economist
  
talentFREI!
  
Vivisektion
  
Zuhoerlaute
 
Berlin, 22. September

Liebes Tagebuch,
ach, wie enttäuscht ich bin. Wie hatten wir alle gehofft, einen grossen Durchbruch geschafft zu haben. Für einige Tage sah es so aus, als ob Alburn wieder in der Lage wäre, sich in menschlicher Gesellschaft zu bewegen. Welch grausamer Irrtum. Mein ehemals so einfallsreicher und sympathischer Freund erweckte tatsächlich den Eindruck von Besserung. Wir schafften es, in eines meiner Lieblingscafes in Berlin zu gehen, wo einige meiner kirgisischen Freunde gerne Lesungen und Kulturabende stattfinden lassen, und auch das kirgisisch-russiche Forum seine Versammlungen abhält. Der Abend verlief gut, und als Alburn an die Theke ging, um sich "noch ein Glas Wasser" zu bestellen, wurde ich nicht misstrauisch. Als ich sah, wie der die Olive aus dem "Wasser" fischte, wurde mir klar, dass der Abend an einem Wendepunkt angelangt war. Unter der Wirkung des ersten und der folgenden Martinis geriet Alburn schnell in Rage, begrapschte männliche wie weibliche Bedienungne, und grölte in schlechtem russichen Akzent "50 Dollarrr, alles klarr" und reagierte sehr ungehalten auf die Abwehrversuche. Meike Karenina, meiner guten Freundin und Kulturbotschafterin brüllte er hinterher, dass er jetzt richtig Beleidigt wäre, wenn sie erwachsen wäre. Nachdem Alburn noch ein paar Wasserpfeifen zetrümmerte, verliessen wir schnell das Lokal. Dem trunkenen Alburn folgend, wie er auf dem Weg zum Bahnhof ahnungslosen Passanten Drogen ins Bier schüttete, landetet wir in einem Kinosaal, und Alburn kündigte uns ein "Filmfestival" an. Das dargebotene zeigte jedech grösstenteils nackte Frauen mit unnatürlich vielen Brüssten, Gewalt gegen Ausländer und herrisch in die Kamera säuselnde Nonnen. Mir war es so peinlich. Mein Freund der Party-Meister schien mit seinen Freunden einem ähnlichen Irrtum erlegen zu sein, und ich erspähte ihn in den hinteren Reihen. Sofort fühlte ich mich wohler. Ich hoffe sie brachten mich nicht mit Alburn in Verbindung, der sich seinen Trenchcoat auszog, unter dem er kurze bayrische Lederhosen trug, sich einen Hitler-Bart anklebte, und im Stechschritt durchs Kino lief, laut krakelend "Wiit iieär, wärr ich bin?"
Glücklicherweise schritt darauf hin der Sicherheitsdienst ein, und ich konnte unerkannt flüchten und bin mit dem Shreck davon gekommen. Nun durchsuche in das Internet nach Selbsthilfegruppen für meinen Armen, verwirrten Freund. Ganz schwach glimmt in mir die Hoffnung, dass auch er noch irgendwie gerettet werden kann.
22.9.06 12:56
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung